Nachrangiges Kapital – im Insolvenzfall Totalverlust möglich.

Immobilien-Crowdinvesting: Projektfinanzierung für private Anleger

Alle Anbieter mit Sicherheits-Check im großen Vergleich →

Redaktionell geprüft · Stand: Oktober 2026
Zuletzt aktualisiert am Oktober 2026

Das Wichtigste zuerst

Immobilien-Crowdinvesting ist eine alternative Anlageform, bei der viele private Anleger über eine Plattform gemeinsam ein Immobilienprojekt finanzieren – meist über Nachrangdarlehen oder Namensschuldverschreibungen mit fester Verzinsung und begrenzter Laufzeit. Die beworbenen Zinsen der hier verglichenen Plattformen liegen meist zwischen rund 9 % und 16 % pro Jahr, mit Flip-Strategien (SmartCrowd) auch bis 20 % – höhere beworbene Renditen bedeuten dabei immer ein höheres Risiko. Da die Finanzierung in der Regel nachrangig erfolgt, werden Anleger im Insolvenzfall des Projektträgers erst nach Banken und anderen vorrangigen Gläubigern bedient und können ihr Kapital vollständig verlieren. Eine gesetzliche Einlagensicherung besteht nicht. Wichtige Kennzahlen zur Risikoeinschätzung sind der Beleihungsauslauf (LTV), der Projektfortschritt und die Bonität des Projektträgers. Immobilien-Crowdinvesting eignet sich als Beimischung für Anleger, die über mehrere Projekte, Anbieter und Regionen streuen.

Wie funktioniert Immobilien-Crowdinvesting?

Beim Immobilien-Crowdinvesting stellen Anleger Projektträgern Kapital für den Bau, Kauf oder die Sanierung von Immobilien zur Verfügung. Rechtlich handelt es sich meist um Nachrangdarlehen oder Namensschuldverschreibungen mit fester Laufzeit und festem Zinssatz. Anders als beim Kauf einer vermieteten Immobilie oder eines offenen Immobilienfonds erwerben Anleger dabei kein Eigentum und keine Anteile am Sachwert, sondern eine Forderung gegen die finanzierende Projektgesellschaft.

Für Anleger ist die Immobilie als Sachwert im Hintergrund attraktiv – sie vermittelt ein Gefühl von Substanz und Sicherheit. Entscheidend ist jedoch die rechtliche Stellung: Nachrangige Geldgeber tragen ein hohes Risiko, weil sie im Ernstfall hinter den finanzierenden Banken stehen. Die Immobilie mag als Sicherheit dienen, doch aus ihrer Verwertung werden zuerst die vorrangigen Gläubiger bedient.

Die typische Laufzeit liegt zwischen einem und vier Jahren, in denen das Kapital fest gebunden ist. Am Ende der Laufzeit soll das Darlehen samt Zinsen zurückgezahlt werden – häufig aus dem Verkauf der fertiggestellten Immobilie oder einer Anschlussfinanzierung. Verzögert sich das Projekt oder lässt sich die Immobilie nicht wie geplant verwerten, verschiebt sich die Rückzahlung, oder sie fällt ganz aus. Die Qualität des Projektträgers und die Realität der Kalkulation sind daher entscheidender als die reine Höhe des angebotenen Zinses.

Für wen geeignet?

Geeignet für Anleger, die einen begrenzten Teil ihres Vermögens über mehrere Projekte, Anbieter und Regionen streuen und die Kennzahlen (LTV, Projektstatus, Bonität) selbst einschätzen möchten.

Immobilien-Crowdinvesting im Detail

Vertiefende Aufklärung zu Funktionsweise, Kennzahlen und Vorgehen.

Welche Projektarten finanziert Immobilien-Crowdinvesting?

Das Spektrum reicht von Wohnbauprojekten über Gewerbeimmobilien bis zu Bestandsobjekten und Projektentwicklungen. Bei der Projektentwicklung (Development) finanzieren Anleger den Neubau von Grund auf – das bietet die höchsten Renditechancen, trägt aber auch das größte Risiko, weil Baukosten, Genehmigungen und Vermarktung noch offen sind. Bestandsfinanzierungen für bereits vermietete Objekte gelten dagegen als konservativer, weil laufende Mieteinnahmen vorhanden sind.

Eine wichtige Unterscheidung ist die Kapitalfunktion: Häufig füllt das Crowd-Kapital die Lücke zwischen dem Eigenkapital des Projektträgers und dem vorrangigen Bankdarlehen – die sogenannte Mezzanine-Finanzierung. Genau in dieser Position liegt das erhöhte Risiko: Mezzanine-Kapital wird höher verzinst, weil es im Verlustfall vor dem Eigenkapital des Bauträgers, aber nach der Bank haftet.

Kennzahlen richtig lesen: LTV, Rangstellung und Besicherung

Der Beleihungsauslauf (Loan-to-Value, LTV) ist die zentrale Kennzahl. Er gibt an, wie hoch die Gesamtfinanzierung im Verhältnis zum Immobilienwert ist. Ein LTV von 70 % bedeutet, dass der Immobilienwert um 30 % fallen dürfte, bevor die Kredite nicht mehr gedeckt wären. Je niedriger der LTV, desto größer der Sicherheitspuffer. Werte über 85 bis 90 % lassen kaum Spielraum für Wertverluste oder Vermarktungsprobleme.

Ebenso wichtig ist die Rangstellung: Steht die Crowd im ersten Rang (grundbuchlich besichert) oder – wie meist – im Nachrang? Manche Plattformen bieten zusätzliche Sicherheiten wie eine Grundschuld, Bürgschaften des Projektträgers oder Mittelverwendungskontrollen. Solche Sicherheiten erhöhen die Chance auf Rückzahlung, sind aber kein Garant: Ihre Werthaltigkeit zeigt sich erst im Ernstfall, wenn die Immobilie tatsächlich verwertet werden muss.

Der Lebenszyklus eines Projekts – und wo es hakt

Ein typisches Projekt durchläuft mehrere Phasen: Finanzierung (Funding), Bauphase, Fertigstellung und Verwertung (Verkauf oder Vermietung), gefolgt von der Rückzahlung an die Anleger. In jeder Phase können Verzögerungen auftreten – durch Genehmigungsprobleme, Baukostensteigerungen, Insolvenz eines beteiligten Bauunternehmens oder eine schwächere Nachfrage am Immobilienmarkt.

Für Anleger bedeutet eine Verzögerung zunächst, dass das Kapital länger gebunden bleibt als geplant. Kritischer wird es, wenn die Anschlussfinanzierung oder der Verkauf scheitert: Dann kann aus einer Verzögerung ein Ausfall werden. Ein häufiges Warnsignal ist die Verlängerung der Laufzeit (sogenannte Prolongation) oder die Aussetzung von Zinszahlungen – beides sollte man als Hinweis auf Projektprobleme ernst nehmen.

Zinswende und Immobilienmarkt: Warum das Umfeld entscheidet

Immobilien-Crowdinvesting reagiert empfindlich auf das Zinsumfeld. Steigen die Bauzinsen, wird die Anschlussfinanzierung teurer, gleichzeitig sinken oft die erzielbaren Verkaufspreise. Projekte, die in einer Niedrigzinsphase kalkuliert wurden, geraten dann unter Druck. Die Insolvenzen mehrerer Projektträger und Emittenten in den vergangenen Jahren stehen in engem Zusammenhang mit dieser Marktphase.

Anleger sollten deshalb nicht nur das einzelne Projekt, sondern auch das gesamtwirtschaftliche Umfeld im Blick behalten. Eine breite Streuung über verschiedene Projektträger, Regionen und Fertigstellungszeitpunkte reduziert das Risiko, gleich mehrere Projekte in derselben schwierigen Marktphase zu halten.

Prüfpunkte vor der Zeichnung

Vor jeder Investition lohnt ein Blick auf einige Kernfragen: Wie erfahren ist der Projektträger, und hat er frühere Projekte planmäßig zurückgezahlt? Wie hoch ist der LTV, und welche Sicherheiten bestehen konkret? Ist die Kalkulation realistisch, oder beruht sie auf sehr optimistischen Verkaufspreisen? Und wie viel Eigenkapital bringt der Projektträger selbst ein – je mehr, desto größer sein eigenes Interesse am Gelingen.

Das Vermögensanlagen-Informationsblatt (VIB) und der Verkaufsprospekt enthalten diese Angaben in verpflichtender Form. Sie sind weniger unterhaltsam als die Projekt-Präsentation der Plattform, aber deutlich aussagekräftiger. Wer diese Dokumente nicht versteht oder wichtige Angaben vermisst, sollte im Zweifel auf die Investition verzichten.

Vor- und Nachteile im Überblick

Chancen

  • Sachwertbezug (Immobilie als Projektgrundlage)
  • Feste Verzinsung über überschaubare Laufzeiten
  • Zugang zu Projekten ab kleinen Beträgen
  • Teils besicherte Strukturen mit niedrigem LTV

Risiken

  • Nachrangigkeit: Anleger stehen hinter Banken
  • Keine Einlagensicherung, Totalverlust möglich
  • Projekt- und Fertigstellungsrisiko
  • Geringe Fungibilität, Kapital langfristig gebunden

Rechtlicher Rahmen

BaFin-Regulierung
Teilweise – öffentliche Angebote unterliegen dem Vermögensanlagengesetz (VIB) bzw. der ECSP-Verordnung; die BaFin billigt Prospekte, prüft aber nicht die Werthaltigkeit.
Einlagensicherung
Nein. Immobilien-Crowdinvesting unterliegt nicht der gesetzlichen Einlagensicherung.
Anlegerschutz
Vermögensanlagen-Informationsblatt (VIB) bzw. Anlagebasisinformationsblatt (KIIS); Warnhinweise verpflichtend.

Steuerliche Behandlung

Zinserträge aus Immobilien-Crowdinvesting werden in Deutschland als Kapitalerträge mit der Abgeltungsteuer (25 % zzgl. Soli und ggf. Kirchensteuer) besteuert. Der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € pro Person mindert die Steuerlast. Die konkrete Behandlung hängt von der Rechtsform der Anlage ab.

Zum Steuer-Rechner

Anbietervergleich Immobilien-Crowdinvesting

9 Anbieter, sortiert nach unserer Bewertung (Sicherheits-Check). Filter und Sortierung wie im Gesamtvergleich.

Transparenzhinweis & Werbekennzeichnung
Unsere Vergleiche sind redaktionell unabhängig. Einige der hier gezeigten Anbieter-Links sind Affiliate-Links (Werbung). Eröffnen Sie darüber ein Konto, erhalten wir ggf. eine Provision – ohne Mehrkosten für Sie. Dies beeinflusst weder unsere Bewertungen noch die Rangfolge.
Sortieren:

9 von 9 Anbietern · bis zu 3 Anbieter zum Direktvergleich auswählen.

Cr

Immobilien-Crowdinvesting

7,9/10 · Hoch

Sicherheits-Check · Methodik

Rendite p. a.
8–14 %
Mindestanlage
100 €
Laufzeit
bis 21 Mon.
Besicherung
Erstrangige Hypotheken (LTV max. 70 %)
Regulierung
ECSP (Bank of Lithuania)
Zweitmarkt
Zweitmarkt
Steckbrief lesen
In

Immobilien-Crowdinvesting

7,8/10 · Hoch

Sicherheits-Check · Methodik

Rendite p. a.
9,25–11,5 %
Mindestanlage
500 €
Laufzeit
12–36 Mon.
Besicherung
Erstrangige Hypothek
Regulierung
ECSP (Bank of Lithuania)
Zweitmarkt
Zweitmarkt (2 % Verkäufergebühr)
Steckbrief lesen
Sm

Immobilien-Crowdinvesting

7,6/10 · Hoch

Sicherheits-Check · Methodik

Rendite p. a.
6–20 %
Mindestanlage
500 AED (ca. 120 €)
Laufzeit
12–60 Mon.
Besicherung
Eigentum über SPV
Regulierung
Aufsicht außerhalb der EU (DFSA)
Zweitmarkt
Zweitmarkt (halbjährlich)
Steckbrief lesen
Le

Immobilien-Crowdinvesting

7,5/10 · Hoch

Sicherheits-Check · Methodik

Rendite p. a.
bis 10 %
Mindestanlage
1.000 €
Laufzeit
12–24 Mon.
Besicherung
Erstrangige Grundschuld (LTV ~70–75 %)
Regulierung
ECSP (Bank of Lithuania)
Zweitmarkt
Nein (nicht belegt)
Steckbrief lesen
In

Immobilien-Crowdinvesting

7,3/10 · Hoch

Sicherheits-Check · Methodik

Rendite p. a.
15 %
Mindestanlage
10 €
Laufzeit
18–24 Mon.
Besicherung
Hypothekenbesicherte Forderungen
Regulierung
MiFID II (Latvijas Banka)
Zweitmarkt
Nein (Start geplant für Herbst 2026)
Steckbrief lesen
St

Immobilien-Crowdinvesting

6,3/10 · Mittel

Sicherheits-Check · Methodik

Rendite p. a.
12–18 %
Mindestanlage
100 €
Laufzeit
6–18 Mon.
Besicherung
Erstrangige Hypotheken
Regulierung
ECSP (ASF Rumänien)
Zweitmarkt
Nein
Steckbrief lesen
Di

Immobilien-Crowdinvesting

4,7/10 · Mittel

Sicherheits-Check · Methodik

Rendite p. a.
9–12 %
Mindestanlage
150 €
Laufzeit
12–36 Mon.
Besicherung
Erstrangige Hypothek (LTV max. 60 %)
Regulierung
ECSP (Latvijas Banka)
Zweitmarkt
Nein (nicht belegt)
Steckbrief lesen
Fi

Immobilien-Crowdinvesting

1,9/10 · Niedrig

Sicherheits-Check · Methodik

Warnhinweis aktiv
Rendite p. a.
8–15 %
Mindestanlage
100 €
Laufzeit
6–24 Mon.
Besicherung
Unbesichert ohne Rückkauf, Gruppengarantie
Regulierung
Keine
Zweitmarkt
Early Exit (Gebühr)
Steckbrief lesen
De

Immobilien-Crowdinvesting

1,7/10 · Niedrig

Sicherheits-Check · Methodik

Rendite p. a.
14–16 %
Mindestanlage
1.000 €
Laufzeit
k. A.
Besicherung
Nachrangdarlehen
Regulierung
Keine
Zweitmarkt
Early Exit (eingeschränkt)
Steckbrief lesen

Alle 19 Anbieter im Gesamtvergleich →

AktuellRendity insolvent, Bergfürst in Liquidation: Was hinter der Krise im Immobilien-Crowdfunding steckt – Ursachen, Zahlen und Folgen für Anleger (Stand: Oktober 2026) →

Häufige Fragen (FAQ)

Was ist Immobilien-Crowdinvesting?
Immobilien-Crowdinvesting ist die gemeinsame Finanzierung eines Immobilienprojekts durch viele Anleger über eine Plattform, meist in Form von Nachrangdarlehen mit fester Verzinsung und begrenzter Laufzeit. Anleger tragen ein Ausfall- und Nachrangrisiko ohne Einlagensicherung.
Wie riskant ist Immobilien-Crowdinvesting?
Das Risiko ist erhöht: Da die Finanzierung meist nachrangig erfolgt, werden Anleger im Insolvenzfall erst nach Banken bedient und können ihr Kapital vollständig verlieren. Kennzahlen wie der Beleihungsauslauf (LTV) helfen bei der Einschätzung.
Was bedeutet Nachrangigkeit beim Immobilien-Crowdinvesting?
Nachrangigkeit bedeutet, dass Anleger im Insolvenzfall erst bedient werden, wenn alle vorrangigen Gläubiger – insbesondere finanzierende Banken – vollständig befriedigt sind. Reicht die Insolvenzmasse nicht, gehen nachrangige Anleger leer aus.
Welche Rendite ist beim Immobilien-Crowdinvesting üblich?
Historisch liegen die festen Zinsen häufig zwischen 4 % und 8 % pro Jahr, abhängig von Projekt, Laufzeit und Risiko. Diese Werte sind historisch und keine Prognose.
Ist Immobilien-Crowdinvesting reguliert?
Öffentliche Angebote unterliegen dem Vermögensanlagengesetz oder der EU-ECSP-Verordnung. Die BaFin billigt Prospekte formal, prüft jedoch nicht die wirtschaftliche Werthaltigkeit oder Erfolgsaussicht des Projekts.

Passende Ratgeber-Artikel

Weiterführende Tools & Begriffe