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Crowdlending vs. klassisches Sparen: Chancen und Risiken im Vergleich

Von Markus G 6 Min. LesezeitAktualisiert: 01. Juli 2026
Redaktionell geprüft · Stand: Juli 2026
Gegenüberstellung von klassischem Sparen und Crowdlending als Netzwerkgrafik

Kurz zusammengefasst

Crowdlending ist eine alternative Anlageform, bei der viele private Anleger über eine Online-Plattform gemeinsam Geld an Unternehmen oder Projekte verleihen und dafür Zinsen erhalten. Im Vergleich zum klassischen Sparbuch oder Tagesgeldkonto bietet Crowdlending deutlich höhere Zinschancen, verzichtet dafür aber vollständig auf die gesetzliche Einlagensicherung von bis zu 100.000 Euro. Fällt ein Kreditnehmer aus oder wird die Plattform insolvent, kann das eingesetzte Kapital ganz oder teilweise verloren gehen. Crowdlending eignet sich daher nur als Beimischung für Anleger, die bereits über eine sichere Basis (Tagesgeld, Festgeld, breit gestreute ETFs) verfügen und einen begrenzten Betrag höherem Risiko aussetzen möchten – nicht als Ersatz für die Notfallreserve.

Wer heute Geld anlegen möchte, ohne es direkt in Aktien oder ETFs zu stecken, stößt fast zwangsläufig auf Crowdlending. Beim Crowdlending leihen viele Privatanleger gemeinsam über eine Online-Plattform Geld an Unternehmen, Immobilienprojekte oder andere Kreditnehmer und erhalten dafür Zinsen. Das Prinzip ist einfach, die Unterschiede zum klassischen Sparbuch oder Tagesgeldkonto sind es nicht.

Wie groß ist der Markt wirklich?

Der deutsche Crowdinvesting-Markt hat sich in den 2010er-Jahren rasant entwickelt: Wurden 2011 gerade einmal 1,5 Millionen Euro über Crowdinvesting-Plattformen finanziert, waren es 2019 bereits 417,7 Millionen Euro – ein Wachstum um mehr als das 270-Fache innerhalb von acht Jahren. 2020 lag das Volumen bei 327,8 Millionen Euro (Quelle: Statista/crowdfunding.de). Das zeigt: Crowdlending und Crowdinvesting sind längst kein Nischenphänomen mehr, sondern ein etablierter Teil des deutschen Kapitalmarkts.

Entwicklung des Crowdinvesting-Volumens in Deutschland

2011–2020, in Mio. € · Quelle: Statista / crowdfunding.de

Der zentrale Unterschied: Verzinsung gegen Sicherheit

Ein Tagesgeldkonto oder Sparbuch bei einer Bank fällt unter die gesetzliche Einlagensicherung: Bis 100.000 Euro pro Kunde und Institut sind im Falle einer Bankpleite abgesichert. Im Gegenzug ist die Verzinsung entsprechend niedrig – sie bewegt sich meist im Bereich der Inflation oder knapp darüber.

Bei Crowdlending-Plattformen sieht das anders aus. Anleger vergeben direkt oder über eine Zweckgesellschaft Kredite an Unternehmen oder Projektträger. Die in Aussicht gestellten Zinsen liegen oft deutlich über dem, was Banken bieten – im Gegenzug entfällt die Einlagensicherung vollständig. Fällt der Kreditnehmer aus oder wird die Plattform selbst insolvent, kann das eingesetzte Kapital ganz oder teilweise verloren gehen.

Chancen von Crowdlending

  • Höhere Zinschancen als bei klassischen Bankprodukten
  • Bereits mit kleinen Beträgen (oft ab 50 oder 100 Euro) investierbar
  • Breite Auswahl an Projekten und Anlageklassen (Konsumkredite, Unternehmensfinanzierung, Immobilienprojekte)
  • Transparente Projektbeschreibungen auf den meisten Plattformen

Risiken von Crowdlending

  • Kein gesetzlicher Einlagenschutz wie bei Bankguthaben
  • Ausfallrisiko des einzelnen Kreditnehmers oder Projekts
  • Zusätzliches Plattformrisiko: Gerät der Betreiber selbst in Schieflage, sind Auszahlungen oft monatelang blockiert
  • Geringe Fungibilität: Investiertes Geld ist meist für die gesamte Laufzeit gebunden, ein vorzeitiger Verkauf ist selten oder nur mit Abschlag möglich

Für wen eignet sich Crowdlending?

Crowdlending eignet sich als Beimischung für Anleger, die einen Teil ihres Vermögens bereits sicher angelegt haben (Tagesgeld, Festgeld, breit gestreute ETFs) und bereit sind, mit einem begrenzten Betrag ein höheres Risiko für höhere Zinschancen einzugehen. Als alleinige Anlageform oder gar als Ersatz für eine Notfallreserve ist es ungeeignet – dafür fehlt die jederzeitige Verfügbarkeit und die Absicherung.

Fazit

Crowdlending ist kein Ersatz für das Sparbuch, sondern eine andere Anlageklasse mit eigenem Risikoprofil. Wer die Unterschiede kennt und sein Kapital entsprechend streut, kann von den höheren Zinschancen profitieren – ohne von den Risiken überrascht zu werden. Wie stark eine Diversifikation über mehrere Plattformen das Risiko senkt, zeigt unser Diversifikations-Rechner.

MG

Autor

Markus G

Redakteur mit Fokus auf alternative Investments, Crowdlending und Anlegerschutz im DACH-Raum. Alle Inhalte dienen der Aufklärung und stellen keine Anlageberatung dar.

Zuletzt aktualisiert am 01. Juli 2026

Quellenverzeichnis

  1. [1]Statista / crowdfunding.de: Entwicklung des Crowdinvesting-Volumens in Deutschland 2011–2020

Risikohinweis: Investitionen in Crowdlending und Immobilien-Crowdinvesting beinhalten ein erhebliches Risiko bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Es besteht keine Einlagensicherung. Alle Angaben ohne Gewähr, keine Anlageberatung im Sinne des WpHG.

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